ECHT GRÜN
Die Mariahilfer Alternative

Das neue Bezirksmuseum

01 Jul

Das Bezirksmuseum Mariahilf hat einen neuen Leiter: Dr. Erich Dimitz, langjähriger Klubobmensch der Mariahilfer Grünen. Unseren Lesern ist er auch als Verfasser interessanter Artikel zur Geschichte des Bezirks bekannt.

Erich DimitzErich Dimitz hat sämtliche politische Ämter zurückgelegt, um seine Freizeit diesem unbezahlten Ehrenamt voll widmen zu können. Seine Begründung: „Seit meiner Geburt lebe ich am Magdalenengrund in Mariahilf und mein Herz hängt an diesem Bezirk. Als Sozialwissenschafter interessieren mich die Lebensumstände der Menschen von damals.“
Erich Dimitz berichtet über die gelungene Rundum-Erneuerung des Museums:

Was ist neu?
Als erstes fällt auf, dass die schweren dunklen Vorhänge weg sind. Wir bekommen nun einen Eindruck von der genialen Architektur von Johann Rothmüller (Y-förmig), der dieses Haus 1914 als letztes in Wien errichtetes Jugendstil-Gebäude für die Wiener Arbeiter-Krankenkasse entworfen hat.

Die Wände sind frisch gestrichen, die Innenfenster erneuert, neue Heizkörper, ein neuer Boden, ein neues Beleuchtungskonzept und erneuerte Elektrik. Barrieren wurden entfernt. Der Raum wirkt freier.
All das war nur möglich, indem die schweren Teile zweimal von einer Hälfte in die andere und danach wieder an ihren neuen Platz verlegt wurden. All die Mühsal hat Hans Dickinger dokumentiert und Sie können Sie am Bildschirm verfolgen.

Alicia Ysabel Spengler hat es zwischen allem Staub und Schutt geschafft, in einem zuvor ungenutzten Raum ein wohl einzigartiges Glasmuseum einzurichten. Das Vertrauen der Fachwelt in dieses Konzept lief ihr so sehr voraus, dass die Sachspenden und Leihgaben dazu Material für wechselnde Ausstellungen über Jahre füllen!

Auf Initiative unserer Mitarbeiterin Angela Herburger und des Marktamtsleiters Andreas Weber wurde eine leerstehende und nie genutzte Kapelle am Naschmarkt zum „Naschmarktmuseum“ umgestaltet. Sie stellt eine Expositur des Museums dar und wird seit 27.6.08 „bespielt“.
In den Zeiten, in denen wir zur Betreuung der HandwerkerInnen von früh bis spät vor Ort sein mussten, haben wir den gesamten Bestand der alten Straßenbilder gescannt und dokumentiert. Seither können wir die zahlreichen Anfragen rasch befriedigen und die BesucherInnen sind besonders glücklich, wenn sie ihr gesuchtes Foto auch gleich via Email nach Hause bekommen.
Dies war zugleich die Voraussetzung für den in der gleichen Zeit entstandenen Bildband, der ab jetzt im Buchhandel oder besser noch über das Museum erhältlich ist. Trotz Umbau fand in den Räumen des Museums regelmäßig die Geschichtswerkstatt zum Projekt „Erinnern für die Zukunft“ statt. Die Sonderausstellung zeigt Ergebnisse dieser Arbeit.

Ein neues Konzept
Zunächst einmal ist das ein Museum zum Lesen: Zusätzlich zu den beschreibenden Texten finden Sie an mehreren Ecken „Lose Blatt Sammlungen“ zu diversen Themen. Es ist auch ein Museum zum Anfassen: Zahlreiche Objekte, die sich bisher unter einem Glassturz befanden, stehen nun frei. Das 20. Jahrhundert bekommt seine Stelle: Die Bereiche „Gewerbe/Naschmarkt“, die Wienzeile mit ihren aufmüpfigen Kulturprojekten, die „Öffentlichen Verkehrsmittel“ und eine kleine Sonderausstellung zum Jahr 1938.

Bezirksmuseum Mariahilf, 1060, Mollardgasse 8
Öffnungszeiten: Donnerstag 10.00 bis 12.00 Uhr, Sonntag 11.00 bis 13.00 Uhr
Führungen nach Vereinbarung, der Eintritt ist frei


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