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Die Mariahilfer Alternative

Die Mariahilfer Straße

02 Jul

Die Mariahilfer Straße verläuft durch den 6., 7., 14. und 15.Bezirk und hieß im 6. und 7. Bezirk ursprünglich Kremser Straße, dann Bayerische Landstraße, Laimgrubner Hauptstraße, Mariahilfer Grund Straße, Fünfhauser Hauptstraße, Schönbrunner Linienstraße und Penzinger Poststraße, dann Schönbrunner Straße. Mariahilferstrasse Historisch
Mariahilf war 1660 bis 1850 selbständige Gemeinde, seither bildet es mit Gumpendorf, Magdalenengrund, Windmühle und Laimgrube den sechsten Bezirk. Erst 1862 erhielt die Mariahilfer Straße ihre bis zum heutigen Tag gültige Bezeichnung.

Vorgeschichte: Tongefäße und Wein
Die Ersten, die das Gebiet der heutigen Mariahilfer Straße (nach dem Mammut) nachweislich besiedelten waren die Illyrer. Sie nutzten die reichen Lehmvorkommen zur Herstellung einfacher Gefäße. Die Kelten pflanzten auf den sonnigen Anhöhen die ersten Weinreben und verstanden sich auf die Weinzubereitung. Als die Römer zu Beginn unserer Zeitrechnung Wien durch einige Jahrhunderte besetzt hielten, ließen sie viele Spuren zurück. Die Weinkulturen der Kelten verfeinerten sie. Auf der Anhöhe der heutigen Mariahilfer Straße verlief ein römischer Kammweg, dessen Ursprung im Lager Vindobona lag. Nach der Herrschaft der Römer führte die Völkerwanderung viele Kulturen vorübergehend hierher, bis nach der Vertreibung der Awaren bayrische Kolonisten aus dem Westen kamen.

Das bäuerliche Mittelalter: Vom Weingarten zum Dorf
Dank des lehmigen Bodens bildete der Weinbau, der erst mit der Verbauung der Vorstädte zurückgedrängt wurde, bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts die Lebensgrundlage der bäuerlichen Bevölkerung. „Im Schöff“ oder auch „Schöpf“ und „Schiff“ (von „schöpfen“) hieß die Gegend damals. Die irrtümliche Verwendung eines Schiffes im Siegel des Bezirkes erinnert an die alte Bezeichnung, die dann durch das Gnadenbild „Mariahilf“ ersetzt wurde. Das Weinbergrecht sah damals vor, dass der Grundzins in Form von Maische an Ort und Stelle entrichtet werden musste. Dies wurde als „schöpfen“ bezeichnet.

1495 wurde der Mariahilfer Wein wegen seiner besonderen Güte in die Weinordnung für Herrenweine aufgenommen und erzielte hohe Preise.

1529 Die erste Türkenbelagerung
Die Mariahilfer Straße, schon damals ein wichtiger Verkehrsweg in den Westen, wurde mehrmals Schauplatz historischer Auseinandersetzungen. Als die Türken Wien das erste Mal belagerten, befanden sich am unteren Ende der heutigen Mariahilfer Straße, gleich vor den Stadtmauern Wiens, eine kleine Ansiedlung aus Häusern und Hütten, Gärten und Äckern. Auch das Sankt Theobald-Kloster befand sich dort. Diese so genannte „Lucke“ wurde beim Herannahen der Türken niedergebrannt, um diesen keine Schlupfwinkel bei der Belagerung zu bieten. Trotz eines Verbotes wurde das Gebiet nach Abzug der Türken wieder aufgebaut.

1558 wurde eine Bestimmung erlassen, wonach das Glacis, ein breiter, unverbauter Streifen zwischen der Stadtmauer und den äußeren Siedlungen, freigelassen werden sollte. Das Glacis bestand bis zum Abbruch der Stadtmauern 1858. Hier wurde später die Ringstraße errichtet.

1663 Die neue Poststraße
Mit der neuen Bestimmung der Mariahilfer Straße als Poststraße entstanden auch die ersten drei Einkehrgasthäuser. Gleichzeitig vermehrte sich auch der Reiseverkehr, da die Kutschen nun endlich komfortabler wurden und die Wege sicherer. Zwei bekannte Ausdrücke stammen aus dieser Zeit. Das „Trinkgeld“ und das „Schmiergeld“. In den alten Reisehandbüchern jener Zeit begegnen sie uns als Posten neben der Fahrstrecke, dem Fahr- und Gepäcktarif. Das Trinkgeld sollte dem Kutscher bei der Raststation das Getränk entgelten, während das Schmiergeld anteilig für die Wagenschmiere berechnet wurde. Wer es eilig hatte, zahlte eben ein höheres Schmier- oder Trinkgeld, um den Kutscher zu motivieren.

1683 Die zweite Türkenbelagerung

Die zweite Türkenbelagerung bescherte der Mariahilfer Straße das gleiche Schicksal. Mittlerweile war eine ansehnliche Siedlung entstanden, eine richtige Vorstadt, die allerdings noch viele Felder und Ziegelgruben aufwies. Abermals wurde die Vorstadt entlang der Mariahilfer Straße dem Erdboden gleichgemacht, die Bevölkerung flüchtete hinter die Stadtmauern oder in den Wienerwald. Der Wiederaufbau gestaltete sich langsam, da es an Geldmitteln aber auch an Arbeitskräften mangelte. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts fand ein gezielter Wiederaufbau statt.
Auf mehreren „Brandstetten“, durch die zweite Türkenbelagerung zerstörten Häusern, ließ die ungarische Aristokratenfamilie Esterházy im Jahre 1686 ein einfaches Palais erbauen, das auch einen Durchgang auf die Mariahilfer Straße besaß. 1764 kaufte der Wirt Paul Winkelmayr vom Spittelberg das Gebäude, demolierte es und errichtete zwei Neubauten, die in Anlehnung an die Esterházys „Zur ungarischen Krone“ genannt wurden.

17. bis 19. Jahrhundert: Vom Dorf zur Vorstadt
Mit der Entwicklung der Siedlungen an der Mariahilfer Straße vom Dorf zur Vorstadt änderte sich nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Bevölkerung. Immer mehr landwirtschaftliche Flächen fielen der Bebauung zum Opfer, Handwerker und Gewerbetreibende siedelten sich an. Es herrschte eine unglaubliche Vielfalt an Berufen und Gewerben, die meisten waren in Zünften oder Innungen zusammengeschlossen. Diese sorgten für Berufsausbildung, Qualität und Preis der Ware, sowie für Hilfe im Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit und  Tod.
Die Landwirtschaften wurden durch Kirchen und Paläste, Häuser und Geschäftslokale ersetzt. Mariahilf wandelte sich zu einem bedeutenden Industriebezirk, die Mariahilfer Straße wurde ein wichtiger Umschlagplatz. Unzählige Straßenhändler verkauften die Waren, die sie entweder bei sich trugen, oder in einem Straßenstand zur Schau stellten. Die Händler machten sich durch einen signifikanten Kaufruf bemerkbar. So gab da den Tintenmann, der mit seinen Flaschen umherzog, den Wasserbauer, der Donauwasser auf seinem Pferdefuhrwerk als Nutzwasser verkaufte, oder die Lavendelfrau. Diese liebenswerten Wiener Figuren verschwanden mit der Entstehung fester Geschäftslokale und der Verbesserung des innerstädtischen Verkehrs.
Privatkutschen, Fiaker und Einspänner bevölkerten das Straßenbild, die diese Route auch für Spazierfahrten nutzten. Am Mariahilfer Linientor war der Hauptstandplatz des billigsten und volkstümlichsten Verkehrsmittels, des Zeiselwagens, den die Wiener zu ihren Ausflügen in die Natur nützten, was allmählich in Mode kam. Im 19. Jahrhundert kam dann noch der Stellwagen- und Omnibusverkehr dazu, der die Verbindung zwischen Wien und den Vorstädten zu bewerkstelligen hatte. Vom Stellwagen behauptet der Wiener Witz, dass er deswegen so heiße, weil er nicht von der Stelle komme.

1719 – 1723 K. u. k. Hofstallungen
Kaiser Karl VI. gab den Auftrag zur Erbauung der Hofstallungen an Johann Bernhard Fischer von Erlach. 1772 wurde das Gebäude durch zwei Häuser an der Mariahilfer Straße erweitert. Die Größe der Hofstallungen zeigt noch heute ehemalige Bedeutung an. Die Mariahilfer Straße wurde vom kaiserlichen Hof seit der Erbauung von Schloss Schönbrunn sehr stark befahren. Heute ist in den historischen Gebäuden das Museumsquartier untergebracht.

1730 Die Mariahilfer Kirche
1711 begannen die Umbauarbeiten an der Mariahilfer Kirche, die ihr das heutige Erscheinungsbild und ihre Bedeutung als barockes Baudenkmal gaben. Die Baupläne stammen von Franziskus Jänkl, dem Bauführer von Lukas von Hildebrandt. Ursprünglich stand auf dem Platz der Mariahilfer Kirche, im mittelalterlichen Weinried „Im Schöff“ ein Friedhof mit Holzkapelle, errichtet von den Barnabiten. Schon damals befand sich das Gnadenbild Mariahilf darin. Während der Türkenbelagerung wurde die Kapelle zerstört, das Gnadenbild konnte hinter die schützenden Stadtmauern gerettet werden. Nach dem provisorischen Wiederaufbau wurde das Gnadenbild im Triumphzug, begleitet von 30.000 Wienern zurückgebracht.

1790 – 1836 Ferdinand Raimund
Obwohl im Bezirk Mariahilf viele Künstler und historische Persönlichkeiten Wiens lebten, fällt auf, dass sie die Mariahilfer Straße als Wohnort eher mieden, da schon im 18. Jh. ein äußerst lebhaftes und lautes Treiben auf der Straße herrschte.
Die berühmteste Persönlichkeit, die an der Mariahilfer Straße geboren wurde, ist der Volksschauspieler und Dramatiker Ferdinand Raimund. Er kam im Haus Nr. 45 „Zum Goldenen Hirschen“, das heute noch besteht, als Sohn eines Drechslers zur Welt. Als Zuckerbäckerlehrling musste  er auch die Theater besuchen, wo er ein so genannter „Numero“ war, der seine Waren an die Besucher verkaufte.
Diese Begegnung mit dem Theater war schicksalhaft. Er lief seinem Lehrherren davon und schloss sich einer Wandertruppe als Schauspieler an. Nach seiner Rückkehr nach Wien wurde er bald der beliebteste Komiker. In seinen Theaterstücken traten alle jene Figuren auf, die damals die Straßen Wiens belebten. Seine berühmteste Rolle war die des „Aschenmannes“ im „Bauer als Millionär“, ein echt Wiener Typ, der die Holzasche in der Butte aus den Häusern holt, und vom Erlös ein bescheidenes Dasein fristet.

19. Jahrhundert: Die Industrialisierung
An der Mariahilfer Straße, wo sich eine höhere Konzentration an Handwerkern als in anderen Bezirken entwickelt hatte, spürte man die Konkurrenz der Fabriken besonders hart. Ein Handwerker nach dem anderen wurde Fabrikarbeiter, Frauen- und Kinderarbeit war an der Tagesordnung. Mit der sprunghaft angestiegenen Bevölkerung wuchs das Wohnungselend und es blühte das Bettgeher- und Untermieterwesen.

1826  Die Mariahilfer Straße wird bis zum heutigen Gürtel gepflastert.

1828 wird die Mariahilfer Straße in alten Texten als eine herrliche, mit Pappeln bepflanzte Allee beschrieben.

1848 Jahr der Revolution
Auch die Mariahilfer Straße war in diesem Jahr in Aufruhr. Bei Ausbruch der Revolution richtete sich der Hass der Bevölkerung gegen die Verzehrungssteuerämter an den Linien, die für die Verteuerung der Lebensmittel verantwortlich gemacht wurden, und gegen die Maschinen in den Fabriken, die den kleinen Handwerker brotlos oder zum unselbständigen Arbeiter gemacht hatten. Im Oktober rissen Studenten, Arbeiter und Bürger Pflastersteine auf und verschanzten sich beim Mariahilfer Linientor in der Gegend des heutigen Gürtels.

1857 Der Westbahnhof wurde an der Kreuzung von Gürtel und Mariahilferstraße errichtet, wodurch die verkehrsmäßige Bedeutung der Straße noch verstärkt wurde.

1858 Die Stadtmauern fielen und auf dem Glacis entstand die Ringstraße, die den nunmehrigen 6. Bezirk enger mit der Innenstadt verband.

Die Jahrhundertwende: Entwicklung zur Geschäftsstraße
Nach der Revolution von 1848 verdrängte die Industrie das vorherrschende Kleingewerbe zusehends. Gleichzeitig entwickelte sich die Mariahilfer Straße zur ersten bedeutenden Geschäftsstraße Wiens. Das steigende Angebot musste an den Mann gebracht werden, und so schossen immer neue Geschäfte aus dem Boden.
Um die Jahrhundertwende brach eine wahre Bauwut aus. Die niedrigen Vorstadthäuser mit ihren Barock- und Biedermeierfassaden wichen mehrstöckigen Häusern mit protzigen und prunkvollen Fassaden in jenem historischen Stilgemisch, das für die späte Ringstraßenperiode  so charakteristisch war. Vom einstigen Altbaubestand blieb fast nichts erhalten. Die Geschäftsportale wurden größer und pompöser, die ersten Warenhäuser im modernen Stil waren Gerngroß und Herzmansky. Vor allem die Bekleidungsindustrie fasste hier Fuß.

1863 Herzmansky eröffnet
Am 3. März eröffnete August Herzmansky eine kleine Gemischtwarenhandlung in der Kirchengasse 4. 1897 wurde das große Geschäft in der Stiftgasse eröffnet, das größte Textilhaus der Monarchie. August Herzmansky verstarb ein Jahr vor der Eröffnung, zwei Neffen übernehmen das Geschäft. 1928 wird das Haus Mariahilfer Straße 28 dazu erworben. 1938, der damalige Inhaber Max Delfiner musste fliehen, übernahm die Firma Rhonberg und Hämmerle das Haus. Das Gebäude in der Mariahilfer Straße 30 wurde dazu erworben. In den letzten Kriegstagen 1945 fiel es allerdings den Flammen zum Opfer. 1948 wurde das Unternehmen an Max Delfiner zurückgegeben. Dessen Sohn verkaufte 1957 an den deutschen Hertie-Konzern, der einen Neubau in der Mariahilfer Straße 26 – 30 errichtete. Weitere Eigentümerwechsel folgten.

1869 Die Pferdetramway machte ihre erste Fahrt durch die Mariahilfer Straße bis zur Neubaugasse.

1870 Das erste Automobil: Möglicherweise ist dieses frühe Automobil auch auf der Mariahilfer Straße gefahren. Im Technischen Museum auf der äußeren Mariahilfer Straße ist ein Marcus-Wagen aus dem Jahre 1888/89 aus der Maschinenfabrik Märky, Bromovsky & Schulz ausgestellt. Schon damals war reger Verkehr zu verzeichnen, der hauptsächlich aus Fußgängern, Marktstandlern und Pferdegespannen aller Art bestand.

1879 Gerngroß eröffnet: Alfred Gerngroß, ein Kaufmann aus Bayern und Mitarbeiter August Herzmanskys, gründetete auf der Mariahilfer Straße 48/Ecke Kirchengasse ein eigenes Stoffgeschäft. Er wurde zum schärfsten Konkurrenten seines ehemaligen Chefs.

1887 Das Haydn Denkmal: Das Denkmal für Joseph Haydn, geschaffen vom Bildhauer Heinrich Natter, wurde vor der Kirche errichtet. Sein Wohn- und Sterbehaus liegt in der heutigen Haydngasse und wurde als Gedenkstätte gestaltet.

1891 Gürtelbau: Im Zuge der Eingliederung der Vororte fielen auch die Linienwälle mit ihren Toren, so auch die Mariahilfer Linie. An ihre Stelle trat die neue Gürtelstraße, die sich wie ein zweiter Ring zwischen die alten und die neuen Stadtteile legte.

1897 Die Elektrifizierung: Die Elektrifizierung der Mariahilfer Straße wurde zunächst unterirdisch begonnen, um das Straßenbild nicht zu beeinträchtigen. Wegen der oftmaligen Störungen entschloss man sich jedoch zur Umstellung auf den Oberleitungsbetrieb. Die Mariahilfer Straße war die erste Vorstadtstraße mit elektrischer Beleuchtung.

1900 Bankfiliale von Adolf Loos: Ecke Mariahilfer Straße/Neubaugasse wurde nach 1900 eine Bankfiliale der Zentralsparkasse nach Entwürfen von Adolf Loos errichtet. Die Jugendstil-Filiale ist bis heute erhalten und im Besitz der Bank Austria.

1901 Das k.k. Hofmobiliendepot: Das k.u.k. Hofmobilien- und Materialdepot wird in der Mariahilfer Straße 88 gegründet. Die Sammlung entwickelte sich schnell, da jeder neue Herrscher neue Möbel bekam. Heute dient es als Museum. Unter anderem befinden sich das Arbeitszimmer von Kaiser Franz Joseph, die Einrichtung von Kaiser Maximilian von Mexiko aus Schloss Miramare, der Prunktisch Karls VI. und das Mobiliar aus dem orientalischen Kabinett des Kronprinzen Rudolf  dort.

Um 1905 wurden die Linien 52 und 58 nach dem Krieg mit den „Heidelberger Triebwagen“ geführt, die aus einer Kriegslieferung  aus Heidelberg stammten.

1911 Das Stafa-Haus: Am 18. August 1911, zu Kaiser Franz Josephs Geburtstag wurde Ecke Mariahilfer Straße/Kaiserstraße der „Zentralpalast“ eröffnet. Der Bau erregte durch seine Architektur großes Aufsehen. Neun große Doppelfiguren-Relieftafeln von Anton Hanak schmückten ihn. In diesem  Gebäude war das „1. Wiener Warenmuster-Kollektivkaufhaus“, ein achtgeschossiger Rundbau untergebracht, der vor allem dem Handwerk dienen sollte.
Die größte Widrigkeit bei der Errichtung waren unterirdische Quellen. Zwei Schachtbrunnen mussten gebaut werden, um das Wasser abzupumpen. 970 Liter pro Minute müssen allerdings bis heute abgepumpt werden.

1874 – 1952 Emilie Flöge: Emilie Flöge war eine bekannte Modeschöpferin der Jahrhundertwende und die Lebensgefährtin Gustav Klimts.  Ihr Atelier war im Haus Mariahilfer Sraße 1b, dem „Casa Piccola“. Viele der Kleiderentwürfe, die sie bei den Modeschauen zeigte, stammten von Gustav Klimt, einem der Hauptvertreter des Wiener Jugendstils.

1938 Einmarsch Adolf Hitlers: Am 14. März 1938 kam der „Führer“ nach Wien, um 15 Uhr marschierten seinen Soldaten über die mit Hakenkreuzen beflaggte Mariahilfer Straße Richtung Hofburg. Bald darauf begann die „Arisierung“, viele Kaufhäuser und Geschäfte waren betroffen. Einige jüdische Bürger konnten fliehen, mussten jedoch ihr Hab und Gut zurücklassen.

1945 Bomben auf Wien: Am 21. Februar 1945 fielen Bomben auf die Mariahilfer Straße, viele Bauten wurden schwer beschädigt. Am 10. April plünderten Wiener das Warenhaus Herzmansky. Ella Fasser, die Inhaberin des Cafés „Goethe“ in der Mariahilfer Straße bewahrte die Stiftskaserne vor der Zerstörung, indem sie mit Hilfe anderer Widerstandskämpfer die Zündschnüre, welche die abziehenden deutschen Truppen gelegt hatten, kappte. Währenddessen lud sie die Offiziere ins Kaffeehaus ein, und benebelte sie mit reichlich Alkohol.
Seit der Beseitigung der Kriegsschäden ist die Mariahilfer Straße nun wieder das, was sie schon vor dem Krieg war: Die wichtigste Einkaufsstraße Wiens.

1993 wurde die U-Bahn-Linie U3 bis zum Westbahnhof fertig gestellt und die Mariahilfer Straße neu gestaltet. Alleeartig wurden Bäume (125 Stück Lederhülsenbäume, botanisch Gleditsia triacanthos) gepflanzt, die das einzigartige Flair dieser innerstädtischen Boulevardstraße unterstreichen.
Quelle: www.mariahilferstrasse.at


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