ECHT GRÜN
Die Mariahilfer Alternative

Naschmarkt: Gelaber statt Kandelaber

01 Jul

Na, das fängt ja gut an: Als erster Schritt der Erneuerung wird gleich einmal das Erscheinungsbild des Marktes gehörig ramponiert – die alten Leuchten werden demontiert!

Die bevorstehende Generalsanierung des Naschmarktes kostet 13 Millionen Euro – ein Drittel davon muss der Bezirk zahlen. Auf Antrag von Manfred Rakousky wurde nun eine Markt-Kommission eingerichtet: Sie soll dafür sorgen, dass durch rechtzeitige Information und Diskussion teure Planungsfehler vermieden werden.

Aber schon bei der ersten Sitzung kam es zum Eklat: Im Auftrag der roten Vorsteherin hatte eine SP-Bezirksrätin der Entfernung jener schön verzierten Kandelaber-Sockel zugestimmt, die den Naschmarkt seit jeher auf beiden Seiten säumen. Stattdessen wurden still und heimlich kahle, gesichtslose Masten aufgestellt – das historische Erscheinungsbild des Marktes ist durch diese unsensible Vorgangsweise stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Frei nach dem Motto: Autobahn-Ambiente statt Weltstadt-Flair!

Völlig grotesk waren die stur wiederholten Aussagen der mitverantwortlichen SP-Bezirksrätin: Diese Masten hätten nichts, aber auch schon gar nichts mit dem Naschmarkt zu tun – sie stünden halt nur zufällig dort. Der grüne Klubvorsitzende Rakousky wies darauf hin, dass es sich bei diesen Masten um die Eckpfeiler der neuen Naschmarkt-Beleuchtung handle – vergebens.

Die Folge: Für die nächste Sitzung der Kommission, die sich ausschließlich mit grünen Anträgen beschäftigte, erhielt er einfach keine Einladung! Bleibt nur hinzuzufügen, dass die Vorsteherin des ersten Bezirks sehr wohl durchsetzen konnte, dass in der Innenstadt-Fußgängerzone wieder passende historische Lampen aufgestellt wurden – und das, obwohl dort der Bezirk nur zehn Prozent der Kosten trägt!

Aber wo kein Wille ist, da ist eben auch kein Weg. Und von einer Bezirksvorsteherin, die Wiens schönsten Markt liebend gerne mit den Betonrampen und Abgastürmen einer Monstergarage „verziert“ hätte, kann man natürlich nicht erwarten, dass sie sich für eine sensible und stilgerechte Erneuerung einsetzt.


top