ECHT GRÜN
Die Mariahilfer Alternative

Mehr Markt!

20 Sep

Manfred Rakousky Klubobmann

Schon immer war der Naschmarkt vom Wandel der Zeit geprägt: auch derzeit ändert er sich von einem reinen Einkaufsmarkt zu einem Ort der öffentlichen Begegnung, des Flanierens und Verweilens.
Vielen ist der Markt noch in seiner alten Struktur in Erinnerung. Durchzugsverkehr, desolate Stände, oft auch nur als Lager verwendet, abgestellte Kisten und Müll waren bleibende Eindrücke. Es war leichter einen Kranz für den Friedhof zu bekommen als ein Getränk mit Tisch und Sessel.

Doch langsam erholte er sich wieder und es wurden Schritte zur Verbesserung gesetzt. Durch die Sperre des Querverkehrs in der Faulmanngasse konnte Marktraum zurückgewonnen und mit neuen Ständen ausgestattet werden. Haushalts-, Blumen-, und Kleidergeschäfte erhielten eine Renovierung und mutierten zu Lebensmittel-, und Gastronomiepavillons. Statt Nachkriegstristesse und Verwahrlosung hauchte die Gastronomie den Markt neues Leben ein und buntes Treiben gekoppelt mit internationaler Küche machte sich breit. Büroangestellte, Studenten und Touristen nahmen das Angebot freudig an. Parkplätze, die auf einem Markt sicherlich nichts verloren haben werden durch neue transparente Stände ersetzt und verdichten das mediterrane Flair. Waren können nicht nur gekauft, sondern auch gleich vor Ort verkostet werden.
So wird der Naschmarkt noch lebendiger

Zwar wurden die Ladenöffnungszeiten an die Umgebung angepasst, doch diese Schritte einer Marktordnungsdynamik erscheinen mir zu gering, darum einige Anregungen zur weiteren Flexibilisierung dieses urbanen Zentrums.

* die Einrichtung eines Abendmarktes, wie international bereits üblich, z B am Freitag-22h
* einzelne Gemischtwarenhändler erhalten eine Nachtkonzession –23h
* Die Gastronomiesperre um 23h ist absurd, Theater und Kinobesucher dadurch verärgert. Eine Öffnung –1h angebracht.
* Keine Sonntagsschließung der Gastronomie. Gerade zur Lärmarmen Zeit könnte Anrainerbalkonien mit Frühstück und Brunch locken und auch die herumirrenden Touristen würden es danken.
* Die Sperre der Schleifmühlgassenquerung würde eine durchgängige Flaniermeile ermöglichen, ergänzt durch eine zur temporären Fußgängerzone umgestalteten Schleifmühlgasse, ähnlich der Barnabitengasse in Mariahilf.
* Die Überplattung des offenen U-4 Schachtes könnte eine Erweiterung des Marktes bringen. Für Biostände, Slow Food und Spezialprodukte aus den Bundesländern würde damit Raum geschaffen. Den Bau eines Einkaufszentrums oder weiteren Gastronomieständen sollte jedoch eine Absage erteilt werden.
* Im Herbst soll eine mit allen möglichen Beteiligten ausgestattete Planungs-, und Diskussionsrunde neue Richtlinien erarbeiten.
* Eine Jury könnte dann anhand von präsentierten Vorgaben (Mischkonzepte, Raumordnung, Qualitätskriterien) eine Vergabe von neuen Ständen durchführen.

Es ist eben an der Zeit, dass der Naschmarkt nicht nur seine räumliche Weite behält, sondern auch seinen geistigen Horizont erweitert.


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