ECHT GRÜN
Die Mariahilfer Alternative

Naschmarkt-Radweg: Bitte warten!

06 Jul

In Planung und Bau von Straßen werden unglaubliche Geldsummen und Arbeitsstunden gesteckt – bei der Planung von Radwegen wird weniger sorgfältig vorgegangen. Und so klaffen riesige Lücken im Wiener Radwegenetz!
Stellen Sie sich einmal die folgende Situation vor: Eine neue Autobahn wird feierlich eröffnet. Aber ein paar hundert Meter vor einem zentralen Verkehrsknotenpunkt mit Anschlüssen an die anderen Hochleistungsstraßen verendet die Fahrbahn plötzlich und der Verkehr wird im ZickZack-Kurs über Nebenstraßen umgeleitet. Und auf Anfrage völlig entgeisterter Verkehrsteilnehmer erklärt der zuständige Politiker nonchalant: “Es ist ohnehin geplant, entsprechende Wegweiser zur besseren Orientierung für AutofahrerInnen anzubringen!”
Unvorstellbar? Ja, natürlich – aber nur bei Autostraßen! Beim Wiental–Radweg allerdings ist eben dieses passiert: Das obige Zitat stammt vom Planungsstadtrat Schicker (ersetzen Sie bitte “AutofahrerInnen” durch “RadfahrerInnen”), und er fügt hinzu: “Aufgrund des bestehenden Straßenquerschnitts und der mannigfaltigen Nutzungsansprüche an diesen Straßenraum konnte keine Lösung gefunden werden.” Punkt.
Für den Umbau des Karlsplatzes standen fast 20 Millionen Euro zur Verfügung: Ein würdiges Ende des kilometerlangen Wiental–Radweges und dessen unmittelbare Integration in das zentrale Radwegnetz war jedoch nicht möglich. Kunst und Universität sollen in Zukunft weiterhin umfahren werden.
Eine ganz ähnliche Situation besteht übrigens auch gleich am Anfang des Naschmarkts: Der stark frequentierte Radweg am Getreidemarkt endet bei der Lehargasse abrupt im Nichts. Und auch hier fehlen nur wenige hundert Meter bis zum Anschluss an den Karlsplatz!
Für neue Stadtautobahnen und Tiefgaragen sitzen die Millionen sehr locker – und den gefrotzelten RadlerInnen verspricht man halt vor den Wahlen wieder einmal das Blaue vom Himmel…
Bezirkszeitung:
http://archiv.print-gruppe.com/ausgabe.php?id=6724


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