ECHT GRÜN
Die Mariahilfer Alternative

Wohnen in Mariahilf: Anrainermeinung,- analyse und Lösungsvorschläge

25 Nov

Wir veröffentlichen dieses bemerkenswerte Schreiben mit der Zustimmung des Verfassers!

Ich bin in Mariahilf geboren und lebe nun seit 10 Jahren in der Laimgrube im 6ten Bezirk (genau Laimgubengasse 12). Beruflich arbeite ich in Graz und wir führen daher eine Art Pendlerdasein. Meine Frau lebt seit Ihrer Geburt in der Laimgrube und arbeitet auch in Wien. Wir können uns somit beide durchaus als Ur-Mariahilfer bezeichnen. Es sind uns in den letzten Jahren einige Punkte aufgefallen, die dazu führen, dass der Bezirk als Wohnbezirk zunehmend an Attraktivität verliert und auch in uns die Überlegung keimen lässt woanders hinzuziehen. Diese Bedenken und mögliche Ideen zur Verbesserung möchten wir nun auf diesem Weg einer Diskussion zuführen.
Dazu die folgenden Unterpunkte:
1) Wohnsituation
Wir beschäftigen uns nun bereits seit einigen Monaten mit dem Wohnungsmarkt in Wien und es lässt sich sagen, dass es der aktuelle Preisrahmen für vernünftige Wohnungen zwischen 3300 Euro/m2 für eine „normal“ Wohnung (inkl. der üblichen 10% Nebenkosten) bzw. 5500 Euro/m2 für eine Dachwohnung liegt (nach oben natürlich offen). Mietwohnungen liegen so bei 10Euro/m2 und Monat. Die Preise haben dabei in den letzten ~4 Jahren stark angezogen und sind extrem nachteilig für das soziale Gefüge. Wir fragen uns wer soll sich das noch leisten oder ist es gewollt, dass in Zukunft innerhalb des Gürtels nur noch Reiche leben (ala Bobostan wie der 7te Bezirk bereits genannt wird)?
Es muss möglich sein, dass unterschiedliche Menschen, unabhängig von ihrer Einkommenssituation (Stichwort Sozialer Wohnbau), ihrer sozialen Stellung, ihrem Alter oder ethnischen Zugehörigkeit sowie ihrem Familienstand in einem Bezirk nebeneinander leben können. Zurzeit sieht es aber so aus als würde nicht die Stadtplanung sondern die Spekulanten (oder wie es heutzutage heißt, die Immobilienentwickler) vorgeben, wer wo und zu welchem Preis wohnen darf. Es geht nicht primär darum ob es gut oder schlecht ist Geld daran zu verdienen einem Neureichen auch die letzte gürtelnahe Dachkammer zu einem exorbitanten Preis als Nobel-Penthouse zu verkaufen, sondern darum, dass diese Entwicklung Folgen für die hat, die bereits hier wohnen und nicht genug Geld haben um die Spekulanten zu befriedigen. Meine Mutter lebt auch im 6ten Bezirk (zu günstigen Preisen) und die Hausverwaltung lässt durchaus erkennen, dass sie billige Mieter lieber heute als morgen draußen hätte. Man hört auch immer wieder von radikalen Methoden solcher „Überzeugungsarbeit“. Á la longue findet so eine Vertreibung statt.

Hier einzuschreiten und eine Grundlage für soziales und durchmischtes Wohnen zu schaffen sehen wir als Aufgabe der Verwaltung, egal ob Stadt oder Bezirk.
Die zurzeit allseits beliebten Dachaufbauten sollten auch soweit verträglich sein, dass sie das Erscheinungsbild der Umgebung nicht massiv beeinträchtigen. Natürlich lässt sich über Geschmack trefflich streiten, doch gibt es Beispiele wo dies sicher nicht der Fall ist, wie etwa beim Drechslerhaus (hat gar kein ursprüngliches Dach mehr) oder der Thermophorhaube am Cafe Sperl und Umgebung). Solange man alles mit Geld regeln kann (Ablösung nicht gebauter Parkplätze oder illegaler Aufbauten – Beispiel Cafe Ritter) wird sich hier nichts ändern.
2) Baustellen

Seit über 10 Jahren (etwa Bau Papageno-Papagena-Häuser) ist die Umgebung unserer Wohnung eine einzige und durchgehende Baustelle. Daher fragen wir ob sich einmal jemand Gedanken machen kann wie viele Baustellen ein Grätzel gleichzeitig verträgt?
Dadurch herrscht permanenter Lärm und Schmutz (Fensterputzen hat keinen Sinn mehr). Meine Frau ist Ärztin und würde sich nach Nachtdiensten gerne einmal auch untertags ausschlafen, was de facto unmöglich ist. Dies trifft andere Berufsgruppen sicher ähnlich. Zusätzlich gibt es fast keine Parkplätze (dazu später).

Ein weiteres Ärgernis ist es, dass die Halteverbotszeichen der Baustellen je nach aktuellem Bedürfnis der Baufirmen willkürlich verschoben werden und es wird nicht kontrolliert ob die Bewilligung überhaupt noch gültig ist. Wir haben nicht erst einmal im Rathaus angerufen um eine bereits abgelaufenen Baustelle endlich entfernen zu lassen. Da das eigene Kreisen zum Auffinden einer Parkmöglichkeit nicht viel Spaß macht und auch nicht wirklich umweltverträglich ist, haben wir schon daran gedacht eine eigene Baustelle für einen Tag zu beantragen und dann einfach stehen zu lassen um so einen kostenlosen Privatparkplatz zu bekommen. Dies mag absurd klingen, doch steht zurzeit jeden Tag ein 7er BMW mit Strabag Schild in der Denzel-Bausstelle der Laimgrubengasse. Da wir nicht annehmen, dass dies ein modernes Baufahrzeug ist, handelt es sich hier wohl um einen kostenlosen Privatparkplatz und es gilt der Umkehrschluss, dass die Baustelle de facto zu groß definiert ist. Als Normalsterblicher bekommt man ohne Parkschein in der Regel einen Strafzettel.

Die Firma Denzel ist sowieso ein eigenes Kapitel und wurde von diversen Personen bereits oftmals zur Diskussion gestellt. Es reicht schon, dass sie sich im Bezirk anscheinend alles erlauben können zB. Bewilligung von 16 „Notfallparkplätzen“, die nun zu bereits über 300 Garagenplätzen ausgebaut werden und die Verkehrssituation in der Laimgrubengasse extrem verschlechtert hat, die Unsitte trotz großzügiger Einfahrt Neuwagen auf der Gumpendorferstrasse in 2ter Spur zu entladen und damit einen Verkehrsstau im halben Bezirk zu verursachen (es wundert mich, dass dies noch kein Busfahrer der Linie 57A angezeigt hat) oder die Änderung von Wohnraum in Büroflächen – trotz Widmung als „Wohnzone“. Nächstes Projekt wird sicher das rasch (um keinen Widerstand aufkommen zu lassen) abgerissene Haus Laimgrubengasse 13, das sicher auch die Firma Denzel gekauft hat (nehmen wir an). Dieses schleichende und scheibchenweise Zubauen und Umwidmen wird solange weitergehen bis einmal ein Riegel vorgeschoben wird und ist aus der Sicht der Firma auch logisch da hier enormer Profit gemacht werden kann. Dass dies gegen die Interessen der Anwohner gerichtet ist scheint sekundär. Woher diese Firma ihren Einfluss hat sollte man einmal genauer untersuchen. Die paar Arbeitsplätze im Bezirk rechtfertigen dies unserer Ansicht nach in keiner Weise.
3) Geschäfte / Lokale
Geschäfte gibt es wenige, gerade im Grätzel Laimgrube. Die Gumpendorferstrasse in diesem Bereich war in den letzten Jahren eher tot. Apollokino und Naschmarkt zogen neue Lokale an, aber keine Geschäfte. Die Initiative (falls es eine war) aus leer stehenden Geschäften Galerien zu machen war gut, ist aber nichts Dauerhaftes und Nachhaltiges. Es stellt sich die Frage ob Mariahilf primär ein Bezirk zum Weggehen werden soll, und damit mit vielen Lokalen versehen, oder auch eine ansprechende Geschäftslandschaft bekommen soll. Als Anrainer würden wir einen ausgewogenen Mix der aktuellen Lokallandschaft vorziehen – natürlich unter der Voraussetzung, dass der Bezirk auch in Zukunft als Wohngegend attraktiv sein will.
Resultat der Fokussierung auf Lokale sind in vielen Gegenden nächtlicher Lärm, durchziehende grölende Horden, angekotzte Strassen und auch Vandalismus wie abgebrochene Spiegel oder Kratzer an den parkenden Autos oder Schmiererein an Häusern (die von einem künstlerischen Graffito mindestens so weit entfernt sind wie Wien von New York).
4) Verkehr
4a) Fließender Verkehr
Mariahilf hat durch sein Längen-Breitenverhältnis bezüglich des Verkehrs eine etwas ungünstige Geographie. Mariahilferstrasse, Wienzeile und Gumpendorferstrasse sind Hauptdurchzugsstrassen, die viel Verkehr anziehen. Zusätzlich wird der Bezirk N-S von stark befahrenen Strassen durchschnitten bzw. umrahmt (Getreidemarkt und Gürtel). Die wesentlichen – und auch gut genützten – Alternativen sind Webgasse-Grabnergasse, Hofmühlgasse-Amerlingstrasse oder –Windmühlgasse und der beliebte Schleichweg (ausgehend von der Schleifmühlgasse) Laimgrubengasse in Richtung ehemaliger 2er-Linie und auch die Stumpergasse. Es ergibt sich somit ein Rastermuster, das Durchzugsverkehr geradezu anziehen muss wenn er nicht unterbunden wird.
Aus unserer persönlichen Sicht ist zu sagen, dass das Verkehrsaufkommen in der Laimgrubengasse extrem ist (ich habe dies bereits früher einmal angesprochen) und eigentlich nicht mehr tragbar. Dies ist bedingt durch Durchzugsverkehr und auch starken Parkplatzsuchverkehr, angezogen durch den Naschmarkt. Den Bewohnern der anderen Durchzugsstrassen wird es wohl ähnlich gehen. Seit beim mittlerweile abgerissenen Haus 13 die Engstelle durch Eliminierung der Parkplätze entfernt wurde bleiben nicht mehr regelmäßig Sattelschlepper und Busse (was machen die in der Laimgrubengasse?) stecken, doch führen die Baustellen weiterhin zu nervtötenden Hupkonzerten wenn sich mal wieder ein gehetzter Durchreisender aufgehalten fühlt und dies in Folge zu einem Stau zurück zur Wienzeile führt.

Der öffentliche Verkehr ist in Wien generell (speziell innerhalb des Gürtels) sicher einer der Besten weltweit (und wir reisen viel) und auch absolut gesehen sehr gut. Daher kann es nicht nötig sein, dass so viele Menschen mit dem Auto fahren. Trotzdem muss die Zu- und Abfahrt für Anrainer möglich sein.

Anders als etwa der durch intelligente Einbahnregelungen stark verkehrsberuhigte 4ten Bezirk ist der 6te, bedingt durch die Straßenführung, weiterhin ein beliebter Durchzugsbezirk was für Anrainer keine glückliche Tatsache ist.

Die Mariahilferstrasse in eine Fußgängerzone zu verändern ist eine sehr begrüßenswerte Initiative und wird den Bezirk aufwerten und dies trotz nicht auszurottender Ängste auch (und gerade) in Bezug auf den Handel. Dass dies funktioniert ist in vielen Städten und auch in Wien im ersten Bezirk oder der Favoritenstrasse hinreichend bewiesen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass die umgebende Verkehrssituation mitbedacht wird, da etwa die Gefahr besteht, dass nun die Gumpendorferstrasse den Verkehr der Mariahilferstrasse übernehmen könnte. Die ist einfach zu schmal und kann schon jetzt das Verkehrsaufkommen kaum meistern.

Eine Frage ist auch wie man die Besucher das Naschmarktes (den klassischen Austernschlürfer im schwarzen BMW, um ein gar nicht so falsches Klischee zu bemühen) dazu bringt nicht mit dem Auto zu kommen? Folgen sind zusätzlicher An- und Abreiseverkehr, Parkplatzsuchverkehr sowie, dass die sowieso schon spärlichen Parkplätze verstellt werden. Am Samstag braucht man mit seinem Auto gar nicht erst versuchen wegzufahren wenn man vor Sonntag wieder zurückkommen möchte.
Zusätzlich ist anzumerken, dass es so gut wie keine Geschwindigkeitskontrollen im Bezirk gibt und Geschwindigkeiten um die 70km/h etwa im Bereich Gumpendorferstrasse-Joanelligasse eher Regel als Ausnahme darstellen. Ich habe auch bereits mehrmals gesehen, dass in den Stationen haltende Busse mit unvermindertem Tempo überholt wurden (!). Die 30 km/h in der Laimgrubengasse werden auch nur selten eingehalten da es trotz der heutzutage PS-starken Autos anscheinend immer noch des Schwung-Holens zur Meisterung dieser exorbitanten Steigung bedarf.
Die vorhandenen Radwege im Bezirk sind primär nutzlos oder haben reine Alibifunktion (etwa Getreidemarkt – etwas für Selbstmörder oder Kampfhundstreichler). Derjenige auf der Wienzeile ist zwar gut ausgebaut aber nur kurz und beginnt und endet im Nirgendwo (eine Art Vorzeigelinie, ähnlich wie bei der ÖBB die Vorzeigestrecke Wien-Linz, aber fahren sie mal nach Graz (nicht in den Urlaub sondern oftmals) – die entsprechenden Manager nähern sich wohl nur unter Androhung von Gewalt oder für die Presse überhaupt einem Zug). Hier könnte sich Wien an Graz ein Beispiel nehmen (umgekehrt bei den öffentlichen Verkehrsmitteln). Im Bezirk ist auf den vielen Hauptverkehrsrouten auch das Durchschnittstempo zu hoch und in Relation sind die Fahrbahnen zu schmal, was das Fahrradfahren nicht gerade fördert.

4b) Stehender Verkehr
Natürlich zieht immer wieder das allgemeine und plakative Argument „Autos raus aus der Stadt“. Über sinnlose Fahren in Wien haben wir uns bereits geäußert, es ist aber auch Fakt, dass viele Leute ein Auto haben und einige auch brauchen und dies irgendwo finanziell machbar abstellen können sollen. Hier geht es uns daher um die Anrainer.
Dafür gibt zu wenige Parkplätze im 6ten Bezirk und Garagen kosten etwa 150 Euro/Monat und Baustellen nehmen wie erwähnt extrem viele der vorhandenen Parkplätze weg. Zusätzlich werden anscheinend bewusst Parkplätze durch bauliche Maßnahmen entfernt.
Frage ist, was nützt mir ein Parkpickel wenn ich keinen Parkplatz finde? Umwelttechnisch ist das sinnlose Kreisen wohl auch nicht zu favorisieren. Wenn es Ziel ist alle Autos aus dem Bezirk zu verbannen, dann muss das klar kommuniziert werden und aufgezeigt werden wo man diese denn dann unterbringen soll (etwa P&R inklusive Netzkarte zu speziellen Tarifen).
5) Sicherheit
Wohnungseinbrüche häufen sich. Allein in dem von uns bewohnten Mietshaus gab es in den letzten 3 Jahren 4 Einbrüche. Zusätzlich wurde aus dem Stiegenhaus alles was nicht niet und nagelfest ist entwendet. Konsequenzen gibt es keine. Die Polizei meint, dass man da eben nichts machen kann.
Auch gibt es immer mehr Trickbetrügereien, speziell bei älteren Leuten, damit sie die Türe öffnen und ihnen dann flux die Wohnung ausgeräumt werden kann.
Abseits dieser Probleme hat unserer Meinung nach Wien kein relevantes Sicherheitsproblem.

– – – – -Da das Aufzeigen von Problemen oder Kritik ohne Lösungsideen sinnlos und unbefriedigend ist, nun ein paar Gedanken zu möglichen Verbesserungen. Wir maßen uns natürlich nicht an alle Lösungen parat zu haben, dies ist auch nicht unsere Profession, doch würden wir uns freuen zur Diskussion und Ideenfindung beitragen zu können.
Ad 1)
Änderungen in der Wohnsituation können unserer Meinung nach nur von der Stadt und eventuell dem Bezirk selbst vorgegeben werden. Dies bedarf gesetzlicher Regelungen und kann wohl nicht durch Einzelinitiativen geregelt werden. Dazu bedarf es des Eingeständnisses und des Willens einen Stadtteil nicht Spekulanten zu überlassen. Mögliche Instrumente sind wohl Erhaltungssatzungen für schützenswerte Bausubstanz, Vorkaufsrechte oder auch das strikte Überprüfen der Einhaltung von Auflagen.

Ein interessantes Beispiel für eine mögliche Maßnahme gehen Spekulantentum gibt die bayerische Verfassung (obwohl dies dort nicht exekutiert wird und daher, wie man am Beispiel München sieht, nutzlos ist), das da lautet: „Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- oder Kapitalaufwand des Eigentümers entstehen, sind der Allgemeinheit nutzbar zu machen“. Sic!
Ad 2)
Bessere Planung bei Bewilligung von Baustellen unter Berücksichtigung der Gesamtzahl und Dauer aller Baustellen in einem Grätzel. Kontrolle der Baustellen betreffend Größe und Dauer sowie empfindliche Strafen bei Nichteinhaltung.
Ad 3)
Man sollte mit einer Diskussion beginnen zur Frage wie siedelt man Geschäfte an und welche? Eine Idee wäre etwa die Schaffung ausgewiesener Grätzel als Zusammenschlüsse mehrere Geschäfte in der gleichen Branche als Gegenpol zu Kaufhäusern (zB. Ausweitung und Vermarktung des sehr attraktiven „Möbel-Grätzels“ im unteren Bereich der Gumpendorferstrasse (Quas, Futon-Werkstatt, Lichterloh, Das Möbel)) oder der geographische Zusammenschluss von Handwerkern ala Ärtzepraxen.
Ad 4a)
Der 6te Bezirk soll kein Durchzugsbezirk oder Schleichwegebezirk mehr sein. Das ist für die Hauptströme in Wien nicht notwendig (postulieren wir mal) und den Bezirk nur nachteilig.
Eine Möglichkeit zur Erfassung realer Daten wäre die umfassende und kontinuierliche Verkehrsanalysen (Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeitsprofile, Parkraumbenützung ua.) etwa in Zusammenarbeit mit der TU Wien. Die Ergebnisse dienen als Basis für Entscheidungen. Solche Untersuchungen macht jeder Student der Fächer Raumplanung oder Maschinenbau-Verkehrstechnik sowieso im Rahmen seines Studiums (kenne ich aus eigener Erfahrung). Die Kosten sollten daher gering sein. Zusätzlich könnte man spezielle Diplomarbeiten oder Facharbeiten vergeben. Die Institute haben auch ein Interesse reale Probleme zu bearbeiten und sich dabei einen Namen zu machen. Bei guter Planung und Koordination kommt sicher ein brauchbares Ergebnis heraus.
Unsere Vorschläge für verkehrsberuhigende Maßnahmen sind etwa die Gumpendorferstrasse zu teilen um eine Durchfahrt zu verhindern (etwa bei der Amerlingstrasse) und am Naschmarkt die Schleifmühlgasse für den Verkehr zu sperren um den Schleichweg zur 2er Linie zu unterbinden (laut Information von Frau Kaufmann wurde dies wurde bereits beantragt und seitens des zuständigen Verkehrsstadtrates auch zugestimmt aber noch nicht umgesetzt).
Zusätzlich braucht man mehr richtige Radwege. Da dies baulich getrennt meist nicht möglich sein wird sollte im Bezirk für diese Strassen oder auch generell Tempo 30 eingeführt werden (außer auf den notwendigen Durchzugsstrassen, zB. der Wienzeile, eventuell auch Gumpendorferstrasse). Ich möchte anmerken, dass ich persönlich viel und gerne Auto fahre, trotzdem aber solch einen Vorschlag mache, da das in der Stadt im Stau stehen oder sinnlos herumzurasen nicht das ist wofür ein Auto verwendet werden soll. Und Tempo 30 funktioniert im Wohnbereich. Wer es nicht glaubt möge nach Graz fahren. Es ist wichtig die Relativgeschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer) zu reduzieren wenn es nicht möglich oder gewollt ist deren Verkehrswege baulich zu trennen. Und das geht in engen Strassen nicht. Und Reduktion der Relativgeschwindigkeit bedingt die Reduktion der Autogeschwindigkeit – wenn wir nicht alle rennen müssen. Auch soll eine Strasse nicht primär durch die Fahrbahn definiert werden sondern alle Teile (Gehsteig, Parkzone, Fahrbahn mit Radweg (zB. Mehrwegstreifen)) gleichermaßen berücksichtigen.
Mehr Kontrollen der Geschwindigkeiten mit entsprechenden Strafen wären wünschenswert. Ich bin kein Fan von zu viel Kontrolle und Strafen doch würde ich diese lieber im Wohngebiet antreffen als wie üblich auf einsamen Autobahnabschnitten bei Schönwetter um das Gemeindesäckel zu füllen (Einsicht und Lerneffekt gleich Null).
Das Ahnden von Nichteinhaltung des Hupverbotes gehört ebenfalls vermehrt (vielleicht stört Lärm aber außer uns keinen mehr – freue mich schon auf die Elektroautos mit Außenbeschallung zur Kenntnisnahme, ala LKWs im Rückwärtsgang).
Ad 4b)
Errichtung ausgewiesener Anrainerparkplätze für Leute mit Parkpickerl oder separater Anrainerkarte. Besucher des Naschmarktes können und sollten öffentlich anreisen. Bessere Planung bei Bewilligung weitere Naschmarktstände (was sollen dort etwa Souvenirshops und der x-te Dörrfrüchtestand?) über Nutzungsbestimmungen (was soll dort hinkommen?).
Ad 5)
SicherheitVermehrte Aufklärung gegen Trickbetrüger und Aufforderung zur Zivilcourage würde hier Not tun. Darüber hinaus haben wir keine griffigen Ideen. Eventuell nützen auch mehr Patrouillefahrten oder Check verdächtiger Fahrzeuge (die die Gegend ausspionieren).


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